Praxisklasse

 

Die Praxisklasse (oder P-Klasse) in Bayern ist seit 10 Jahren ein Modell der Förderung von Schülern der Haupt- und Mittelschule mit großen Lern- und Leistungsrückständen. Diese Schüler sollen durch eine spezifische Förderung zu einer positiven Lern- und Arbeitshaltung geführt und durch die Kooperation mit Betrieben in Form von Praktika in das Berufsleben begleitet werden. In der Praxisklasse arbeiten eine Lehrerin, die überwiegend für die unterrichtlichen Themen zuständig ist, und eine Sozialpädagogin, die die Betreuung der eher praxisbezogenen Inhalte übernimmt, eng zusammen.

 

Zielgruppe

 

Grundsätzlich sind in der Praxisklasse Schüler, die in ihrem 9. oder 8. Schulbesuchsjahr sind, keine Aussicht auf einen regulären Schulabschluss haben und durch eine spezifische Förderung mit hohen berufsbezogenen Praxisanteilen zu einer positiven Lern- und Arbeitshaltung geführt werden können.

 

Der Besuch der Praxisklasse ist freiwillig und bedarf der Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Grundvoraussetzung ist ein deutlicher Wille und Interesse des Schülers und des Elternhauses die schulischen Leistungen zu verbessern. Reine Schulverweigerer ohne positive Ansätze und ohne Bereitschaft zur Veränderung werden nicht aufgenommen bzw. werden wieder aus der Praxisklasse verwiesen. Dies gilt vor allem für erziehungsschwierige Schüler.

 

Praxisklasse 9 (P 9):

 

Zielgruppe: Schüler, die ihr 8. Schulbesuchsjahr vollendet haben.

      • Dauer: 1 Schuljahr

 

Praxisklasse 8 (P 8):

 

Zielgruppe: Schüler, die ihr 7. Schulbesuchsjahr vollendet haben.

Dauer: 2 Schuljahre

 

 

Gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

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Ziel

 

Ziel ist es in Kooperation mit außerschulischen Partnern und durch einen auf die individuellen Leistungsmöglichkeiten abgestimmten Unterricht,

 

  • die Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stabilisieren,
  • die größten Defizite im Bereich der Kulturtechniken zu beheben,
  • Grundwissen und Grundfertigkeiten vor allem in Deutsch und Mathematik zu festigen,
  • den Schülern einen theoriereduzierten Hauptschulabschluss zu ermöglichen.

 

Ziel ist es außerdem, den Jugendlichen zu helfen,

 

  • in die Berufsausbildung zu gelangen und
  • durch den freiwilligen Besuch der Jahrgangsstufe 9 oder auf anderen Wegen nachträglich den Hauptschulabschluss zu erreichen.

 

Methoden

 

  • Kennenlerntage (2 Tage)
  • Hochseilgarten
  • Projekte (Tanz, Gartenbau, Kunst, Theater, …)
  • Experten zu zukunftsrelevanten Themen (Donum Vitae, Aids-Hilfe, Polizei, Justiz, …)
  • Praktika (4 x 2 Wochen)
  • Berufsschule (1 x pro Woche in verschiedenen Berufszweigen und 1 x pro Woche in der Holzwerkstatt)
  • Abschlussfahrt (5 Tage)

 

 

Gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

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Perspektiven

 

Durch den Schwerpunkt der berufsbezogenen Arbeit gelingt es einzelnen Schülern bereits direkt im Anschluss an die Praxisklasse in eine Ausbildung einzumünden. Der Großteil der Schüler besucht im weiteren Verlauf ein Berufsvorbereitungsjahr, um sich gezielt auf einen bestimmten Berufsbereich vorzubereiten. Wenn dieses erfolgreich absolviert wird, gelingt den meisten Schüler der Einstieg in eine Ausbildung. Zudem haben sie die Möglichkeit den erfolgreichen Hauptschulabschluss zu erwerben. Für Schüler, die noch nicht vollständig beruflich orientiert, sind bietet sich auch der Besuch einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme an. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit gelingt dieser Übergang ebenfalls problemlos. Somit eröffnen sich durch den Besuch der Praxisklasse berufliche und schulische Perspektiven, zu denen den Schülern der Zugang ansonsten verwehrt bliebe.

Nach Auskunft des bayerischen Kultusministers bekamen im ersten Jahr nach dem Besuch der Praxisklasse 30% der Absolventen einen Ausbildungsplatz. Im zweiten Jahr nach dem Besuch waren es bereits 50% der Schüler.

 

 

 

Gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

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